Aktuelles forsa-Umfrage – Zukunft Zuhause – Nachhaltig sanieren
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Mehrheit der Deutschen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat nicht nur unermessliches menschliches Leid verursacht, sondern auch eine intensive Debatte um Energiewende, Versorgungssicherheit und künftige Energieträger ausgelöst. Eine große Mehrheit der Deutschen – insgesamt zwischen 65 und 75 Prozent, je nach Energiequelle – fordert, in Zukunft vor allem auf Solar- und Windenergie sowie Wasserstoff aus regenerativer Energie zu setzen, damit Deutschland nicht mehr von Energieimporten abhängig ist.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des forsa-Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der DBU für den DBU-Umweltmonitor „Energiewende und Wohnen“. Dazu wurden zwischen dem 14. bis 30. April dieses Jahres neben 1.000 Bürgerinnen und Bürgern ab 18 Jahren auch 1.011 Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer befragt.

Eine große Mehrheit, nämlich 87 Prozent der Befragten, hält Maßnahmen für „sehr wichtig“ und „wichtig“, die eine höhere Energieeffizienz an oder in Gebäuden gewährleisten – ebenfalls als Beitrag für mehr Unabhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland. Bessere Dämmung, neue Fenster sowie energiesparende Geräte werden als Option genannt. 85 Prozent sind für den Einbau von Solaranlagen zur Eigenstromversorgung, 81 Prozent für den Austausch älterer Heizungsanlagen.

Zwei Drittel der Befragten wollen attraktive Förderbedingungen

Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang die Antwort auf die Frage, welche Form von erneuerbaren Energien bei der Anschaffung einer neuen Heizungsanlage in Frage käme. Die Spitzenreiter: Solarenergie zur Stromerzeugung vom eigenen Dach (62 Prozent), Nutzung von Solarenergie zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung, ebenfalls vom eigenen Dach (58 Prozent) sowie die Installation einer Wärmepumpe, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird (52 Prozent). Dabei zeigt sich allerdings, dass die Erwartungen an Politik und Gesetzgeber hoch sind: Etwa zwei Drittel (64 Prozent) betrachten attraktive Förderbedingungen als einen wichtigen Anreiz für eine energetische Sanierung; 55 Prozent der Befragten verlangen einfachere Förderangebote, um eine solche Sanierung vorzunehmen.

Sanierung kann Heizwärmebedarf erheblich reduzieren

Das Einsparpotenzial im Gebäudebereich ist enorm. Denn fast zwei Drittel der Gebäude bundesweit wurden vor 1977 errichtet – also bevor per Wärmeschutzverordnung Dämmung von Dächern, Wänden und Kellerdecken vorgeschrieben wurde. Ziel der Bundesregierung sind aber klimaneutrale Gebäude in Deutschland bis 2045, also ohne Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase (THG). In der Europäischen Union (EU) sind laut EU-Kommission Gebäude für 40 Prozent des Energieverbrauches und etwa ein Drittel der THG-Emissionen verantwortlich. Ein großer Teil dieser Emissionen verursachen die älteren Ein- und Zweifamilienhäuser. 63 Prozent des Energieverbrauchs aller Wohngebäude entfallen auf diesen beliebten Gebäudetyp.

„Wir müssen ran an den alten Gebäudebestand“

Laut forsa-Erhebung müsste die energetische Sanierung von Wohngebäuden oben auf der politischen Agenda stehen. Denn zwar halten 44 Prozent der Hauseigentümer eine solche Maßnahme „so gut wie in jedem Fall“ für sinnvoll. Aber: 49 Prozent der Befragten sind nur dann dafür, „wenn die Kosten der Sanierung nicht höher sind als die späteren Einsparungen beim Energieverbrauch“.

Nach den Worten von DBU-Generalsekretär Alexander Bonde ist der Gebäudesektor „ein entscheidender Schlüssel für die Lösung der energiepolitischen Aufgaben“. Bonde: „Wir müssen ran an den alten Gebäudebestand. Es geht um Energieeffizienz, Energiesparen und den Ausbau erneuerbarer Energien und hilft gegen die Klimakrise. Zugleich führt das zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Energieimporten aus dem Ausland.“ 

75 Prozent der Deutschen sind gegen eine Renaissance der Atomkraft, der Ausbau der erneuerbaren Energien trifft dagegen auf breite Zustimmung (65 bis 75 Prozent).

Alle Ergebnisse der forsa-Erhebung unter: DBU-Umweltmonitor “Energiewende und Wohnen”